Bierstile

Blond & Golden Ale

Ein Blond oder Golden Ale ist eine leichte und milde obergärige Bierspezialität. Die Ausgewogenheit von Bitterkeit des Hopfens zum Malzkörper stehen bei diesen Stilen im Vordergrund und sind somit absolut süffige Vertreter.

Pale Ale

Ein ursprünglich englischer obergäriger Bierstil, der in der US-Craftbeer-Bewegung zu neuem Glanz fand: Pale Ales zeichnen sich durch kräftig bittere, meist auch zitrusfruchtige und harzige Hopfennoten aus, idealerweise ausbalanciert durch einen soliden Malzkörper. Süffig und frisch, intensiv aromatisch.

IPA / India Pale Ale

Der Star der Craftbeer-Bewegung schlechthin: Das typischerweise bernsteinfarbene India Pale Ale wurde ursprünglich von den Engländern mit extra viel konservierendem Hopfen und hohem Alkoholgehalt eingebraut, um den Seeweg in die indische Kolonie unbeschadet zu überstehen. Die obergärigen Aromabomben sind intensiv bitter und riechen und schmecken aufgrund ihrer großzügigen Aromahopfung häufig nach tropischen oder Zitrus-Früchten.

Session IPA

Der kleine Bruder des IPA. Ein Session India Pale Ale überzeugt wie sein großer Bruder, das India Pale Ale, durch die fruchtige Hopfenaromatik, hat dabei aber einen deutlich geringeren Alkoholgehalt. Die Bitterkeit ist dem leichten Körper angeglichen, so dass das Bier trotzdem wie ein echtes IPA schmeckt.

Black IPA

Diese Variante des India Pale Ale ist ein hopfenbetontes obergäriges Bier mit erhöhtem Alkoholgehalt, welches durch dunkel geröstete Malze eine dunkle bis schwarze Farbe und neben den häufig fruchtigen Nuancen auch Aromen wie Schokolade oder Kaffee erhält.

Imperial IPA

Noch mehr IPA geht fast gar nicht. Diese Variante des India Pale Ale überrascht mit noch mehr Bitterkeit und einem höheren Alkoholgehalt. Die fruchtigen Aromen kommen dabei natürlich nicht zu kurz, werden aber häufig durch den etwas süßeren Malzkörper ausbalanciert.

Belgian Pale Ale & IPA

Den Unterschied zu einem „normalen“ Pale Ale oder IPA macht bei dieser Variante die Hefe. Belgische Hefen verfügen von Natur aus über etwas mehr Aromata und Ester-Noten, als amerikanische, englische oder deutsche Vertreter (vergleichbar mit dem deutschen Hefeweizen). Dadurch wirken belgische Pale Ales oder IPAs häufig noch komplexer und interessanter.

Belgian Blonde & Golden Ale

Diese sehr ausgewogenen Bierstile aus unserem Nachbarland Belgien überzeugen durch ihre perfekte Balance aus Bitterkeit und Malzsüße. Typisch für belgische Biere ist die Verwendung klassischer Hopfensorten, die meist etwas würziger und weniger fruchtig sind. Für die fruchtige Note sorgt hier die Aromatik der verwendeten Hefe. 

Belgian Strong Ale

Trotz ihres recht hohen Alkoholgehalts sind Belgian Strong Ales äußerst süffig. Das liegt an dem häufig verbrauten Kandis-Zucker, durch den die Körper der Biere schlank und geschmacklich klar definiert sind und mehr Rest-Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Generell wird bei den Strong Ales in „Dark“ und „Pale“ unterschieden – je nachdem, welche Malzsorten verbraut wurden.

Red & Amber Ale

Bernsteinfarbene (Amber Ale) bis rötlich-kastanienfarbene (Red Ale), malzbetonte obergärige Biere. Besonders bei amerikanischen Vertretern des Stils wird zusätzlich Wert auf eine robuste Hopfung gelegt, die den dominanten Karamell- und Röstmalzaromen etwas entgegensetzen.

Brown Ale

Brown Ales im englischen Stil sind süffige und niedrigprozentige, stark Röstmalzbetonte Biere. Amerikanische Brown Ales sind durch großzügigere Hopfung bitterer als ihre englischen Vorfahren, zeichnen sich aber ebenfalls durch nussige bis schokoladige Grundnoten vom Malz aus.

Wheat Ale

Der hohe Weizenmalzanteil bei diesem Stil erzeugt einen feinen, schlanken Malzkörper, wodurch das Bier besonders süffig wird. Zumeist sind Wheat Ales stärker gehopft als ihre deutschen Verwandten „Hefeweizen“, aber durch die Verwendung einer anderen Hefe klarer und feiner im Geschmack.

Porter & Stout

Das Porter ist ein alter obergäriger Bierstil aus England, der inzwischen auch anderswo gebraut und neu interpretiert wird. Gemein ist allen Porterbieren die braune bis dunkelbraune Farbe, die süßlichen Karamell- und Schokoladenaromen und die leichte bis mittlere Hopfenbitterkeit. Die englische Version hat einen geringeren Alkoholgehalt und einen leichteren Körper, als ein Robust oder Baltic Porter. Das Porter ist der Vorläufer vom Stout (ursprünglich „Stout Porter“ – starkes Porter), welches meist einen erhöhten Alkoholgehalt, mehr Hopfenbitterkeit, eine noch dunklere Farbe und an Kaffee erinnernde Röstaromen aufweist.

Dubbel

Belgische Dubbel sind braune bis dunkelbraune Biere, die mit Aromen von Kakao, Karamell und Trockenfrüchten daherkommen. Hopfenbitterkeit ist eher im Hintergrund als balancierendes Element zu finden. Die Hefe setzt zudem einen fruchtigen Akzent. 

Tripel

Komplexität, Balance und würzige Noten charakterisieren diesen Stil. Die strohfarbenen bis hellgoldenen Biere unterlaufen eine Flaschengärung und haben meist einen hohen Alkoholgehalt, sind aber trotzdem für verschiedenste Geschmackstypen einfach zugänglich, da sie zwar etwas süßlich sind, auf der anderen Seite aber einen trockenen Abgang haben.

Quadrupel

Ähnlich wie das Dubbel zeichnet sich dieser belgische Bierstil durch Malzaromen von Karamell und braunem Zucker aus. Auch Trockenfrüchte finden sich oft im Geruch und Geschmack, wobei eine leichte Hopfenbitterkeit die Süße ausgleicht. Quadrupel haben für ihren hohen Alkoholgehalt einen relativ leichten Körper. Farblich sind sie bernsteinfarben bis dunkelbraun. Das Bier reift wie ein guter Rotwein in der Flasche weiter und gewinnt mit der Zeit noch zusätzlich an Komplexität.

Saison/Farmhouse Ale

Die in den USA auch als „Farmhouse Ale“ bekannten Biere dienten ursprünglich als Sommererfrischung für belgische Landarbeiter, bei denen es sich um goldene bis hellbernsteinfarbene flaschengärende Biere mit einem hefigen Charakter und viel Kohlensäure handelt. Spezielle Zutaten wie Gewürze können zum individuellen Charakter eines Saison beitragen, so kann es säuerliche, fruchtige als auch pfeffrige Aromen enthalten. 

Witbier

Die meist strohgelben und trüben belgischen Witbiere sind schlanker als ihre bayerischen Verwandten, die Hefeweizen. Sie werden mit ungemälztem Weizen und manchmal zusätzlich mit Hafer oder Gerstenmalz gebraut und klassischerweise mit Koriander sowie Orangenschale gewürzt. 

Barley Wine

Ein starkes obergäriges Ale mit intensiver Malzcharakteristik. Ein Barley Wine wird zumeist gereift verkauft und entwickelt über die Zeit eine immer größere Komplexität. Neben den karamellmalzigen Grundaromen kommen häufig fruchtige-estrige Noten zum Tragen. Wie von einigen anderen Bierstilen bekannt sind amerikanische Barley Wines oft bitterer und hopfenbetonter als ihre englischen Vorfahren.

Berliner Weiße & Gose

Geringer Alkoholgehalt, hohe Karbonisierung und eine erfrischende Säure zeichnen die hellgoldene obergärige Berliner Weiße aus. Dabei kommt sie meist mit sehr wenig Hopfen und somit Bitterkeit aus. Die traditionelle Leipziger Gose ist ebenfalls ein saures Bier von heller und durch die Hefe leicht trüber Farbe. Sie wird traditionell mit etwas Salz gebraut.

Lambik & Gueuze

Ursprünglich im Raum Brüssel durch die dort in der Luft natürlich vorkommenden Wildhefen spontan vergorene Biere. Geschmacklich sind sie zumeist durch trocken-saure, ledrig-holzige Noten dominiert. Lambiks sind reine im Fass gelagerte Biere. Beim Gueuze Stil hingegen werden meist junge (1 Jahr) und alte (2-3 Jahre) Lambiks verblendet und in der Flasche für zirka sechs Monate nachgereift. Lambiks können auch mit diversen Früchten gelagert werden und erreichen so ein noch komplexeres Level.

Sour Ale

Überbegriff für Biere, die einen feinen bis starken säuerlichen Charakter aufweisen. Diese können sowohl hell, als auch dunkelbraun sein. Die Säure entsteht entweder durch Zugabe von Milchsäure beim Brauen oder durch eine natürliche Milchsäure-Vergärung im Brauprozess, durch wilde Hefen oder durch eine Fasslagerung.

Fruit Beer

Fruchtbiere entstehen, wenn während des Brauens Früchte oder Fruchtextrakte zum Bier dazugegeben werden. Besonders berühmt sind die belgischen Fruchtlambiks, die je nach Zutaten und Lagerung süß oder trocken, klar oder trüb sein können und nicht nur den Geschmack, sondern auch die Farbe der Früchte annehmen, mit denen sie gebraut werden.

Pilsner & Helles Lager

Weit über 90 Prozent der weltweit verkauften Biere gehören dem Stil des Hellen Lagers oder Pilsner Lagers an. Wenn die meisten Menschen an Bier denken, denken sie an ein helles Lager. Zum internationalen Durchbruch verhalf den untergärigen Lagerbieren neben seinem erfrischend süffigen Charakter sicher auch die goldgelbe Optik. Original tschechische Pilsner betonen eher brotige Malznoten, bei der deutschen Brauart geht es, vor allem im Norden, hopfenbetonter und bitterer zu, während ein Helles im Süden eher weich, mild und würzig ist.

Dunkles Lager & Schwarzbier


Beim klassischen bayrischen Dunkel stehen Aromen vom Münchener Dunkelmalz im Vordergrund: Karamell, leicht schokoladig, röstig bis brotig oder keksig – bayrische Dunkel sind vollmundig malzig, mild und süffig. Schwarzbiere oder dunkle Lagerbiere sind trockener, dunkler und betonen die Röstaromen noch stärker. Sie haben dabei einen überraschend hellen Schaum und sind schlanker und weniger süß als ihre bayrischen Geschwister.

Bockbier

Ein traditionelles Bockbier ist ein stärker eingebrautes Bier mit deutlicher Malzsüße. Der Hopfen spielt hier nur eine untergeordnete Rolle, Bockbiere sind in der Regel eher malzbetonte Biere.

Rauchbier

Geräuchertes Malz gibt dem Rauchbier seine intensiv rauchigen Aromen, die von Lagerfeuer bis Schinken reichen können. Grundsätzlich kann jedes Bier mit Rauchmalz hergestellt werden. Besonders geeignet sind Porterbiere und das klassische, ursprüngliche Rauchbier – das Rauchmärzen.

Altbier & Kölsch

Das hellgoldene, leichtfüßige Kölsch ist eine obergärige Bierspezialität mit hohem Süffigkeits-Faktor und einem eher trockenen Abgang. Das dunklere Altbier wird ebenfalls nach obergäriger Brauart hergestellt, ist aber aromatisch komplexer. Dieser Bierstil zeichnet sich durch Fruchtaromen, dunkle Malznoten und eine deutliche Bitterkeit aus.

Zwickel & Kellerbier

Das Zwickel oder Kellerbier ist ein naturtrübes ungespundetes, also kohlensäurearmes Bier, das geschmacklich vor allem mit den Begriffen „würzig“ und „süffig“ beschrieben werden kann. Da alle natürlichen Schweb- und Trübstoffe im Bier verbleiben, wird es als ernährungsphysiologisch wertvoll angesehen.

Hefeweizen

Das klassische Hefeweizen ist ein strohgelbes bis bernsteinfarbenes Bier, das durch seine feinporige, beständige Schaumkrone und die intensive Karbonisierung bereits optisch im typischen hohen und schlanken Glas Eindruck macht. Geschmacklich dominieren fruchtige Bananen- und phenolische Nelkenaromen. Beliebte Variationen sind das gefilterte Kristallweizen, das dunkle Weizenbier oder der stärker eingebraute Weizenbock.

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